Philipp Metzler während seiner Präsentation

Die Gemeinde-Kommunikation gewinnt an Bedeutung und wird immer anspruchsvoller. Mit der Corona-Krise ist der digitale Nachholbedarf offensichtlich geworden. Dies zeigt die Studie der Agentur C-Factor AG. Philipp Metzler, Partner der Agentur, teilte die Ergebnisse der Studie mit den Partnergemeinden und -städten von Crossiety – im Rahmen des zweiten digitalen Erfahrungsaustausches 2021.

Kommunale Politik in der bisher bekannten, gelebten und kommunizierten Form interessiert einen immer geringeren Teil der Bevölkerung. Schweizer Gemeinden müssen sich deshalb die Frage stellen, wie und auf welchen Kanälen sie ihre Einwohnerinnen und Einwohner künftig erreichen.

Um diese Frage zu beantworten, nahmen über 50 Verantwortliche der Partnergemeinden und -städte von Crossiety am zweiten digitalen Erfahrungsaustausch 2021 teil. Kommunikationsexperte Philipp Metzler, Partner und Mitgründer der Agentur C-Factor AG, zeigte am Beispiel der Zürcher Gemeinde Obfelden auf, wo konkret Veränderungsbedarf besteht, welchen Herausforderungen er begegnet ist und wie er diese gemeistert hat.

Philipp Metzler

Bild: Philipp Metzler, Partner und Mitgründer der Agentur C-Factor AG

Beobachtungen von Philipp Metzler

  1. Gemeinde-Politik in der bisher gelebten und kommunizierten Form erreicht nur noch einen Bruchteil der Bevölkerung.

  2. Die Einwohner*innen interessieren sich für spezifische Themen. Mit «Dorfpolitik» im Allgemeinen oder der «Budgetversammlung» weckt man kein Interesse. Mit dem neuen «Gestaltungsplan fürs Dorfzentrum», einer «Schulreform» oder dem «Neubau des Schwimmbads» aber sehr wohl.

  3. Kommunikation ist in vielen Gemeinden Jekami. Jede und Jeder macht oder macht nicht, gestaltet so oder gestaltet anders. Das geht nicht mehr, wenn man ernst genommen werden will. Gemeinden müssen kommunikative Minimalstandards erfüllen. Dazu zählt die aktive und konsistente Information der Bevölkerung.

  4. Jahrzehntelang wurde Kommunikation kanalspezifisch betrachtet. «Ich bin zuständig für das, du für jenes.» Das funktioniert heute nicht mehr. Gemeinden brauchen ein ganzheitliches Verständnis ihrer «Kanäle», ob online oder offline. Themen und News müssen übergreifend geplant werden.

  5. Kommunale Social Media-Plattformen wie Crossiety sind ein ausgezeichnetes Instrument für die schnelle und bevölkerungsnahe Kommunikation. Doch auch Crossiety ist kein Selbstläufer. Wer die Bevölkerung langfristig involvieren will, muss Zeit und Mühe investieren. Und den echten Dialog suchen.

Das Fazit: Die Ära des kommunikativen Minimalismus à la «Sag ich nichts, so sage ich zumindest nichts Falsches» ist vorbei.

Zu den Resultaten der Studie: https://www.cfactor.ch/blog/blog-gemeinde-kommunikation/

Nächster Erfahrungsaustausch im Mai

Manuela Peter Crò, diplomierte Design Thinking Expertin, befasste sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Thema «Selbstorganisierte, gemeinschaftliche Aktivitäten in Gemeinden begünstigen und anstupsen». Am dritten Erfahrungsaustausch präsentiert die frühere Mathematikerin ihre Resultate und gibt den anwesenden Vertreter*innen der Gemeinden und Städte spannende Methoden mit auf den Weg, um das Zusammenleben vor Ort nachhaltig zu stärken.

Der Anlass findet am 20. Mai 2021 statt. Interessierte Personen können sich für eine Anmeldung hier beim Crossiety-Team melden.

Bild: Manuela Peter Crò, diplomierte Design Thinking Expertin

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